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Die Schwimmblasenentzündung ist eine Erkrankung, die sich durch den einzelligen Parasiten Sphaerospora renicola entwickelt. Dieser Parasit ist ein mikroskopisch kleines Sporentierchen (Sporozoen), das Entzündungen in der Schwimmblase hervorruft, die ein wichtiges Organ der Knochenfische wie dem Koi Karpfen ist. Der Erreger verursacht in der Schwimmblasenwand punktartige Blutungen. Im Verlauf der weiteren Entwicklung kommt es zu Verdickungen, Einlagerungen von Flüssigkeiten (Ödeme) im Gewebe und letztlich zur Zerstörung der Schwimmblase.

Von diesem Parasiten werden vor allem Jungfische ein paar Wochen nach dem Schlüpfen im Frühjahr infiziert. Die Erkrankung bricht im ersten Lebensjahr aus. Ältere Fische, wie z. B. zwischen 2 und 3 Jahren sind gegen den Parasiten weitestgehend immun und dadurch nicht von einer Schwimmblasenentzündung betroffen. Der Parasit wandert im Verlauf seiner Entwicklungsstadien über die Blutbahn des Fisches in die Schwimmblase und das umgebende Gewebe sowie in die Nierentubuli (Nierenröhrchen).

Die Schwimmblase ist ein mit Gas gefülltes Organ der Knochenfische und dient der Anpassung an die Dichte der Wasserumgebung, der Regulierung des hydrostatischen Gleichgewichts in den unterschiedlichen Wassertiefen sowie der Stabilität ihrer Lage. Die Fische können durch die Schwimmblase im Wasser „schweben“. Die Schwimmblasenentzündung schränkt die Funktionen der Schwimmblase ein. Die Fische weisen Gleichgewichtsstörungen, Bewegungsveränderungen, Wachstumsstörungen, ein schwerfälliges Schwimmen und ungewöhnliche Positionen auf. So liegen die Fische in seitlicher Lage an dem Grund, hängen mit dem Bauch nach oben gerichtet an der Wasseroberfläche oder verweilen in einem „Kopfstand“ im Wasser. Die entzündete Schwimmblase verfärbt sich gelblich bis braun in trüber Erscheinung. Es können Verwachsungen mit Belägen und den benachbarten Organen, wie Niere, Leber und Darm entstehen. Die Schwimmblasenkammern können verengt werden.

Die Schwimmblasenentzündung kann behandelt und auskuriert werden, wenn sie rechtzeitig erkannt und diagnostiziert wird. Die betroffenen Fische werden in einem separaten Becken oder Teich in Quarantäne bei einer geeigneten wärmeren Wassertemperatur, unter hoher Hygiene, gut belüftet und bei optimalen Wasserbedingungen gehalten. Als Behandlungsmittel werden häufig spezielle Medikamente, gegebenenfalls Salz, vitaminreiches Futter und/oder Naturheilmittel verwendet. Eventuell sind auch gleichzeitig weitere parasitäre Infektionskrankheiten zu bekämpfen.

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