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KiemenfaeuleBei der Kiemenfäule handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Sie wird durch verschiedene Vertreter der Gattung Branchiomyces hervorgerufen und betrifft insbesondere Karpfen und Schleien, gelegentlich aber auch Hechte, Welse, Forellen und Stichlinge. Die Pilze siedeln sich im inneren der Kiemen an und brechen bei weiterem Wachstum nach außen durch. Zu den Ursachen zählen schlechte Haltungsbedingungen und eine zu hohe Besatzdichte.

Erstes Anzeichen der Erkrankung ist Atemnot durch schnelles Atmen und Luftschnappen. Bei näherer Untersuchung sind eine Kiemenschwellung sowie Blutergüsse an den Kiemen erkennbar. Später zeigen sich äußere Verpilzungen in Form grünlichbrauner Verfärbungen. Der weitere Krankheitsverlauf geht mit schweren Zerstörungen der Kiemenepithelien einher. Unter dem Mikroskop sind die Pilzschläuche und Sporen in abgeschnittenem Kiemengewebe gut auszumachen. Bei schlechten Wasserverhältnissen, hohen pH-Werten und starker organischer Verunreinigung kann die Kiemenfäule innerhalb weniger Tage zu großen Verlusten führen. Am häufigsten befallen werden ein- bis zweisömmerige Fische.

Sobald die Krankheit erkannt wurde, ist schnelles Handeln erforderlich. Die Behandlung besteht überwiegend aus dem Herstellen artgerechter Haltungsbedingungen. Soweit möglich, empfiehlt es sich, den Frischwasserzufluss zu erhöhen, um den pH-Wert zu senken und die organische Verunreinigung zu verdünnen.

Bei gefährdeten Teichen ist es ratsam, vorbeugend alle zwei bis vier Wochen circa 3 Deziliter pro Hektar feingemahlenen Branntkalk einzubringen. Für den Akutfall gilt die gleiche Menge. Außerdem sollten risikobehaftete Gewässer besonders gründlich trockengelegt und mit Chlorkalk oder Kalkstickstoff desinfiziert werden, da die Krankheit sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit im folgenden Jahr erneut ausbricht. Um eine weitere Krankheitsverschleppung zu verhindern, sind verendete Fische unverzüglich zu entfernen und zu vernichten (Tierkörperverwertung).

Bei starkem Befall können betroffene Koi in einem Quarantänebecken mit Antibiotika nachbehandelt werden. Zur Anwendung kommt ein Antibiotikum mit großem Wirkungsspektrum, beispielsweise Chloramphenicol. Von diesem werden 15 mg pro Liter Wasser aufgelöst. Nach drei Tagen wird der Wirkstoff durch einen Wasserwechsel und über die Kohlefilterung entfernt. Eine Bekämpfung der Kiemenfäule durch Bäder ist hingegen wenig wirkungsvoll.

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