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Unter Fisch- und Karpfenpocken (Pockenepitheliom) bezeichnet man Hautveränderungen, die sich durch helle, weiß bis rosafarbene Beläge kennzeichnen. In ihrem Erscheinungsbild ähneln diese Beläge Wachstropfen, können allerdings auch als flächige Veränderungen mit einer etwas höckrigen Oberfläche und einem unscharfen Rand zutage treten. Zu finden sind sie an der gesamten Körperoberfläche. Bestimmte Koi-Varietäten sind besonders anfällig für diese Krankheit. Hierzu zählen die Karasugoi, die Ochiba Shigure und die Chagoi. Auch bei Koi-Arten, deren Immunsystem etwas anfälliger ist, besteht die Gefahr, dass sie an den Fisch- und Karpfenpocken erkranken. Zu den Koi-Varietäten, deren schwaches Immunsystem zu einem besonders häufigen Auftreten der Fisch- und Karpfenpocken (Pockenepitheliom) führt, zählen Sanke, Kohaku und manche Shiro Utsuri.

Für diese Erkrankung ist das Herpesvirus CHV-1 verantwortlich, das sich – wie das Lippenherpesvirus beim Menschen – dann besonders gut auf der Körperoberfläche vermehren kann, wenn ein geschwächtes Immunsystem vorliegt. Dass das Immunsystem geschwächt ist, ist bei Koi häufig der Fall, und die Gründe dafür sind vielfältig. Niedrige Wassertemperaturen können ebenso dafür verantwortlich sein wie zu altes Futter oder eine mangelhafte Vitaminversorgung. Liegt eine oder mehrere dieser Ursachen vor, kann sich das CHV-1 Virus in den Hautzellen vermehren, was helle Wucherungen auf der Körperoberfläche zur Folge hat.

Oftmals treten die Fisch- und Karpfenpocken im Herbst auf, wenn die Temperaturen kühler werden, und verschwinden wieder, wenn der Sommer naht und die Wassertemperatur mehr als 22°C beträgt. Neben Wärme tragen auch Salzbäder zu einer schnellen Heilung der Erkrankung bei. Auch diverse Vitaminzusätze und Immunstimulantien, wie beispielsweise Echinacea, Vitamin C oder Milchsäurebakterien, können den Heilungsprozess unterstützen. Jedoch kann es vorkommen, dass einige dieser Hautveränderungen nicht verschwinden, sondern ein etwas schwammigeres und zerklüfteteres Aussehen annehmen. In solchen Fällen haben sich aus den Hautveränderungen Tumore gebildet, die nicht mehr spontan abheilen, sondern nur noch chirurgisch entfernt werden können.

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